Jugendkulturzentrum industrie45 - bewegt seit 1982


  

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Wir präsentieren: Liv Bachmann, die Gewinnerin des Logowettbewerbs der i45!

 

Anlässlich des 40-jährigen Jubiläums suchte die i45 ein neues Logo. Frisch, modern aber trotzdem zeitlos sollte es sein und den Geist der i45 repräsentieren.
Die Gewinnerin ist Liv Bachmann! Als Praktikantin einer Zuger Kommunikationsagentur war sie ganz am Puls der Zuger Jugendkultur und konnte sich gegen zahlreiche Mitbewerber*innen durchsetzen. Nora vom Jubiläumsprojektteam hat sich mit Liv unterhalten. Das Logo wurde am Freitag 10. Juni am Jubiläumsanlass offenbart.


 

 

 

 

 

Wer bist du und was verbindet dich mit Grafikdesign und Kultur?

Ich heisse Liv, bin 22 Jahre alt und komme aus Luzern. Letzten Sommer habe ich den Bachelor in Graphik Design abgeschlossen. Ich hatte schon früh den Bezug zum Grafikdesign, weil mein Vater auch Grafiker ist. Gerade in der Schweiz gibt es sehr viele kuhle Künstler:innen und Grafiker:innen und durch die vielen Kulturinstitutionen habe ich im öffentlichen Raum immer die vielfältigen Plakate gesehen. Dies motivierte mich, auch ein Teil davon zu sein.

 

Wie fühlt es sich an, Kreationen als Aushängeschild der i45 zu gestalten?

Das Gefühl ist mega kuhl, vor allem weil das der erste Wettbewerb war, bei dem ich teilgenommen habe. Bei einem Wettbewerb gestaltet man halt mal etwas ins Blaue hinaus, ohne viel über den Kunden zu wissen und hofft, dass es gut ankommt. Ich bin noch im Anfangsstadium und deshalb ist es umso schöner, einen solchen Auftrag machen zu können, der jetzt auch länger bestehen bleibt.

 

Am Freitag, dem 10. Juni, wird dein Logo offenbart, was für eine Reaktion erwartest du?

Das habe ich mir noch gar nie überlegt. Ich hoffe natürlich, dass die Reaktionen gut sind und dass es zu der i45 passt und auch neue Leute anziehen wird.

 

Wie bist du auf den Wettbewerb aufmerksam geworden?

Ich habe ein sechsmonatiges Praktikum in Zug bei Christen Visuelle Kommunikation gemacht. Mein Chef Daniel Christen hat als Zuger natürlich den Bezug zur i45 und von diesem Wettbewerb mitbekommen. Er hat mir dann während dem Praktikum die Möglichkeit gegeben, daran teilzunehmen.

 

War von Anfang an klar, dass du mitmachen willst?

Ja, definitiv. Einfach frei etwas gestalten zu können kann man im normalen Alltag eher weniger. Leider fehlt vielen Kunstschaffenden die finanziellen und zeitlichen Mittel, um an einem Wettbewerb teilzunehmen. Für mich war es deshalb von Anfang an klar, diese Chance zu nutzen.

 

Wie verlief dein Arbeitsprozess?

Anders als sonst hatte ich dieses Mal einen ausserordentlich reibungslosen Arbeitsverlauf. Meine erste Idee hat mich von Anfang an überzeugt. So ist aufgrund dieser alles andere entstanden. Als Erstes bekam ich eine Führung durchs Haus i45 und konnte mir dadurch einen Eindruck verschaffen. Ich hatte die Möglichkeit herauszufinden, was in der i45 alles entsteht, welche Leute dort arbeiten und welche Stimmung dort herrscht. Dadurch konnte ich besser einschätzen, wie ich meine Idee visuell übertragen kann. Danach bin ich zurück an den Computer und habe in einem ersten Schritt das Logo gestaltet. In einem zweiten Schritt habe ich begonnen, Anwendungen des Logos zu machen: Beispielsweise die Gestaltung von Monatsplakaten sowie von Merchandise Artikeln. Dadurch konnte ich fortlaufend überprüfen, ob das Logo auch wirklich funktioniert, ob es sich auf verschiedenen Medien anwenden lässt. Es hat mir sehr gefallen, dass ich den ganzen visuellen Auftritt der i45 machen konnte. So war ich breit aufgestellt mit jeglichen Adaptionen auf neuen Leinwänden.

 

Wieso i45 und nicht Industrie45?

Erstens sehen drei Buchstaben typografisch einfach super aus und zweitens war für mich nach dem Besuch klar, dass der Begriff "i45" total eingeschweisst ist in diesem Umfeld. Die wenigsten Industrieler:innen sagen "Industrie45", vielmehr nennen diese, die im Haus ein- und ausgehen, das Jugendkulturzentrum "i45". Deshalb habe ich diesen prägnanten Begriff für das Logo ausgewählt. Den industriellen Teil habe ich dann im Logo visuell versucht aufzuzeigen.

 

Was bedeutet für dich die i45?

Das Hauptwort, welches mir im Kopf geblieben ist, ist die Manufaktur. In dieser wird Jugendlichen und auch zum Teil auch Erwachsenen ein Rahmen gegeben und durch die freiwillige Arbeit und viel Motivation entstehen die kuhlsten Projekte. Es wird einem ermöglicht, das zu machen, was man will und bekommt dafür den Rahmen geschenkt. So etwas sollte es in jeder Stadt geben.

 

Gab es Herausforderungen bei der Gestaltung des Logos?

Ja, die grösste Herausforderung war, dass ich dadurch, dass es ein Wettbewerb war, nicht den andauernden Austausch mit dem Kunden hatte. Also habe ich begonnen, ins Blaue hinaus zu gestalten und dadurch mehr auf meine Intuition gehört, dass das, was ich mache, dazu passt. Aber einfach ist so etwas nicht, denn der Anhaltspunkt fehlt. Genau dieser Aspekt hat aber auch etwas sehr Schönes in sich. Man kann mehr oder weniger frei und ohne Einfluss des Kunden das kreieren, was einem gefällt.

 

Dein Praktikum in Zug ist nun beendet, wie geht es weiter für dich? Was nimmst du mit aus den Erfahrungen von diesem Logowettbewerb?

Ich habe eine neue Stelle in Zürich. Jetzt kann ich erste richtige Berufserfahrungen sammeln, weil während eines Praktikums wird man meist noch geschont. Es geht für mich also erst richtig los und ich hoffe natürlich, dass ich weiterhin an interessante Projekte stosse in meiner privaten Arbeit oder auch wieder einmal an einem Wettbewerb mitmache. Der Logowettbewerb hat mich sehr motiviert, weil es mir gezeigt hat, dass es klappen kann. Aus dieser Erfahrung nehme ich mit, dass ich neue Kontakte geknüpft habe und neue Inspirationen sowie natürlich auch etwas Selbstvertrauen in meine Arbeit dazu gewonnen habe.